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07.01.07: Britische Forscher fürchten Stopp von Mensch-Tier-Versuchen

London (KNA) Einen Stopp ihrer Arbeiten zur Stammzellgewinnung nach Vermischung von menschlichem und tierischem Erbgut befürchten Wissenschaftler in Großbritannien. Die zuständige staatliche Aufsichtsbehörde für FortpflanzungsmediziIn Deutschland mindestens zwei Genehmigungenn und Embryologie (HFEA) beuge sich dem Druck der Regierung, wenn sie die beiden beantragten Genehmigungen verweigere, zitierte der Sender BBC die Forscher am Freitag. Die Experimente in diesem Stadium zu stoppen, sei ein "echter Affront" gegenüber den Patienten, so der Professor für Stammzelltechnologie am Londoner Kings College, Chris Shaw.

Die britischen Wissenschaftler wollen menschliches Erbgut in die entkernten Eizellen von Kühen einbringen und daraus Embryonen züchten. Aus diesen so genannten Chimären wiederum sollen Stammzellen für die Behandlung schwer erkrankter Menschen gewonnen werden. Mit diesen Mischwesen, die zu 99,9 Prozent menschlich wären, wollen die Forscher die Verwendung menschlicher weiblicher Eizellen umgehen. Deren Gewinnung für die Forschung gilt als ethisch und gesundheitlich problematisch.

Proteste im In- und Ausland

Die Pläne hatten bei Bekanntwerden im November für heftige Proteste im In- und Ausland gesorgt. Deutsche Politiker und Wissenschaftler sprachen von einem "Horrorszenario". Jede Bildung von Mischwesen aus Mensch und Tier, so genannten Chimären, sei unbedingt abzulehnen. Zudem sei der Ansatz wissenschaftlich wenig sinnvoll. Forscher wie Shaw hoffen, mit ihren Experimenten neue Behandlungsmethoden für bislang nicht heilbare Krankheiten wie Alzheimer, ALS oder Parkinson zu finden.

Die britischen Wissenschaftler werfen der Zulassungsbehörde und den politischen Entscheidungsträgern vor, vor der öffentlichen Meinung einzuknicken. Die HFEA ließ zuletzt mitteilen, sie sei noch unschlüssig, ob ein solch umstrittenes Projekt nach geltendem Recht überhaupt zulässig sein kann. Laut BBC könnte sich die Behörde aber auch für unzuständig erklären. In diesem Fall wäre keine weitere Genehmigung notwendig.

In Deutschland mindestens zwei Genehmigungen

In Deutschland sind bisher mindestens zwei Versuche genehmigt worden, menschliche embryonale Stammzellen oder daraus gezüchtete Zellen in Tier-Gehirne einzupflanzen. Gang und gäbe ist es, Bruchstücke des menschlichen Erbguts oder sogar ganze Chromosomen in tierische Zellen zu schleusen. Auf diese Weise gezüchtete so genannte transgene Schweine sollen beispielsweise künftig Organe bereitstellen, die in Menschen verpflanzt werden können.

Forscher hoffen, dass die Abstoßungsreaktionen durch die menschlichen Gene geringer werden. Kritiker befürchten dagegen, dass durch die Schaffung von Chimären Krankheiten über Artgrenzen hinweg übertragen werden könnten. Ethische Einwände heben auch darauf ab, dass bei einer Beteiligung menschlicher Zellen die Identität des menschlichen Erbguts gefährdet werden könnte.

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